Inhaltsverzeichnis

Berechne deinen Zuschuss

Was tun, wenn dein Ausbildungsbetrieb in Schieflage gerät? Tipps für Azubis in unsicheren Zeiten

Du kommst morgens in den Betrieb, aber irgendwas ist anders: Chefinnen wirken gestresst, vielleicht geht sogar das Gerücht rum, dass Aufträge fehlen oder Kündigungen im Raum stehen. Das kann einem Angst machen – aber bevor du in Panik gerätst, verschaff dir erst einmal einen Überblick. Ist das Unternehmen wirklich in finanziellen oder organisatorischen Schwierigkeiten? Gehe Gerüchten nicht blind nach, sondern informiere dich bei deinen Ausbilderinnen oder der Personalabteilung. Auch Vertrauenspersonen wie Betriebsratsmitglieder oder Jugend- und Auszubildendenvertretungen wissen meist genauer Bescheid.

2. Was passiert mit deinem Ausbildungsvertrag?

Dein Ausbildungsvertrag ist ein rechtliches Fundament, das dir wichtige Rechte gibt – auch in turbulenten Zeiten. Grundsätzlich gilt: Solange das Unternehmen existiert, bleibt auch dein Ausbildungsvertrag bestehen. Nur in Ausnahmen, etwa bei einer Insolvenz, kann sich deine Situation verändern. Selbst dann darfst du aber nicht einfach aus dem Betrieb gesetzt werden! Eine Kündigung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich und dabei gibt es Fristen und Ankündigungspflichten. Bei Unsicherheiten: hol dir juristische Hilfe – etwa von der Gewerkschaft oder der zuständigen Kammer (IHK, HWK).

3. Deine Rechte im Blick behalten

Selbst wenn der Ausbildungsbetrieb in Schwierigkeiten steckt, hast du immer noch Rechte. Dazu zählen:

  • Weiterzahlung deiner Vergütung: Wird der Lohn nicht pünktlich gezahlt, solltest du schriftlich eine Zahlungsaufforderung verschicken.
  • Recht auf Ausbildung: Dein Betrieb muss dir auch weiterhin einen sinnvollen Ausbildungsplan bieten und dich darin unterstützen.
  • Kündigungsschutz: Nach der Probezeit kann dein Unternehmen dir nur aus wichtigem Grund kündigen – und auch das ist an strenge Bedingungen geknüpft.

Merke: Auch in schwierigen Zeiten darfst du nicht einfach aus der Ausbildung geworfen werden!

4. Bei Streitigkeiten: Ruhig bleiben, Hilfe suchen

Kommt es zu Problemen wie verspäteten Gehaltszahlungen, fehlender Betreuung oder sogar einer Kündigung, lass dich nicht einschüchtern. Schreibe alle Vorfälle und Gespräche mit, damit du im Ernstfall Nachweise hast. Sprich als Erstes mit deinen betrieblichen Ansprechpartner*innen. Hilft das nicht, wende dich an die Jugend- und Auszubildendenvertretung, den Betriebsrat oder direkt an deine zuständige Kammer. Bei rechtlichen Fragen können Gewerkschaften oder Beratungsstellen wie die „Jugendberufsagentur“ hilfreich sein.

5. Wichtige Anlaufstellen: Hier bekommst du Unterstützung

  • Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer (HWK): Sie sind für die Qualität der Ausbildung zuständig und vermitteln in Konflikten.
  • Gewerkschaften: Kostenloser Rechtsbeistand für Mitglieder bei Ausbildungsfragen.
  • Jugendberufsagenturen und Arbeitsagenturen: Beratung, Vermittlungshilfe und finanzielle Unterstützungsangebote.
  • Betriebsrat oder Jugend- und Auszubildendenvertretung: Setzen sich im Betrieb für Azubis ein.

Hier lohnt es sich, frühzeitig Kontakt aufzunehmen! Du bist nicht allein.

6. Ausbildung sichern: Was tun bei drohender Insolvenz?

Wird dein Betrieb tatsächlich insolvent, übernimmt oft ein Insolvenzverwalter vorübergehend die Geschäftsführung. In vielen Fällen kann der Ausbildungsbetrieb gerettet werden, manchmal ist aber auch eine Übernahme durch einen anderen Arbeitgeber möglich. Falls dein Ausbildungsbetrieb endgültig schließen muss, bekommst du Hilfe bei der Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz – die Kammern unterstützen dich dabei! Deine bisher absolvierten Ausbildungszeiten werden angerechnet, damit du nicht von vorn anfangen musst.

7. Tipps zur finanziellen Absicherung

Bleibt Lohn aus oder droht eine Lücke? Du hast Rechte auf finanzielle Unterstützung – zum Beispiel durch:

  • Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur, wenn deine Arbeitgeberin nicht mehr zahlen kann
  • Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), wenn dein Einkommen nicht ausreicht
  • Hilfe vom Jobcenter in finanziellen Notlagen

Prüfe regelmäßig deine Finanzen und informiere dich auf Azubifinanzen.de über Sparmöglichkeiten und passende Konten oder Absicherungen für Azubis. Die Vergleichsrechner helfen dir, die besten Produkte zu finden und möglichst wenig Stress mit Geldfragen zu haben.

8. Blick nach vorn: Chancen nutzen

Auch wenn so eine Situation belastend ist – sie eröffnet vielleicht auch neue Perspektiven. Ein Wechsel in einen anderen Betrieb kann neue Türen öffnen, deine Kenntnisse erweitern oder dir sogar einen besseren Ausbildungsplatz verschaffen. Egal was passiert: Du hast ein Recht auf eine vollwertige Ausbildung und bist nicht allein unterwegs.

9. Fazit: Bleib informiert, achte auf deine Rechte!

Unklarheiten und Sorgen sind normal, wenn der Betrieb kriselt – aber mit dem richtigen Wissen und Unterstützung lässt sich fast jede Situation meistern. Informiere dich, hole dir, wenn nötig, Beratung und habe im Hinterkopf: Deine Ausbildung ist schützenswert! Mit den richtigen Schritten bist du für schwierige Zeiten bestens gewappnet.

Jetzt vergleichen
und sparen!

Beantrage dein Azubi Förderzuschuss

Datenschutzübersicht

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen das bestmögliche Benutzererlebnis zu bieten. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und erfüllen Funktionen wie die Erkennung, wenn Sie zu unserer Website zurückkehren, sowie die Unterstützung unseres Teams dabei, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.